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PRESSEMITTEILUNG: Nachschau und Ergebnisse des Aktionstages zum LNG-Terminal in Wilhelmshaven

Fast 50 Teilnehmer besuchten die Aktionstagung zum LNG-Terminal in Hooksiel, welche die Partei dieBasis Landesverband Niedersachsen am 21. 10. 23 ausrichtete. Es sollten Fakten über die verschiedenen Belange zum Import von Flüssiggas über die FSRU „Höegh Esperanza“ (Regasifizierungsanlage) dargestellt werden, wozu Referenten aus vielen beteiligten Bereichen eingeladen waren.

Hooksiel. Es ging unter anderem um die Frage, ob das Phyto- und Zooplankton durch den Einsatz der Elektrochlorierung Schaden nehmen würde und wenn ja, in welchem Ausmaß. Immerhin wurde die Erlaubnis für 20 Jahre erteilt. Auch die Belange der direkt betroffenen Muschelfischer, die nur 450m entfernt von den Auslässen der FSRU eine Langleinenkultur betreiben, die vor einigen Jahren vom Land Niedersachsen gefördert wurde, um eine umweltschonendere Gewinnung der Larven zu etablieren, wurde diskutiert.

Bei der Herkunft des Flüssiggases wurde die Umweltschädlichkeit der Gasgewinnung durch Fracking in den USA festgestellt, denn seit dem Film „Gasland“ von 2012 und der aktuellen Reportage von Michael Höft, die inzwischen im NDR gezeigt wurde, war diese bekannt. Zusätzlich waren eine Woche vor der Tagung mehrere Frauen und Männer aus den betroffenen Regionen der USA zu den einzelnen Terminals gereist und hatten auch die „Höegh Esperanza“ besucht. Ihre Botschaft war ganz klar gegen Fracking, weil es ihre Landschaft und ihre Gesundheit zerstört. Sie baten darum, in Deutschland kein solches Gas zu kaufen, denn sonst würde die Zerstörung ihrer Lebensgrundlage nicht aufhören. Da dieses Thema auf unserer Tagung zu kurz kam, aber eine wesentliche Bedeutung hat, wird es eine weitere Tagung nur zu diesem Thema geben.

In Ermangelung externer fachkundiger Redner hatten sich die Veranstalter selbst auf einige Themen vorbereitet. Der Hauptorganisator und Initiator dieser Tagung, der KV-Vorsitzende des heimatlichen Kreisverbandes Küste/Jade der Partei dieBasis und langjähriger Leiter der Bildungsarbeit im Weltnaturerbe Wattenmeer Besucherzentrum in Wilhelmshaven vertrat mit seiner Kompetenz und Sachkenntnis als Meeresbiologe die Belange der zu schützenden Flora und Fauna. In seinem Vortrag stellte er die Empfindlichkeit dieses dynamischen Lebensraumes dar und welche Veränderungen in der Zusammensetzung des Meerwassers welche Auswirkungen auf das Plankton haben.

Da das Hauptargument für den Betrieb der FSRU die Gasmangellage und der Energienotstand unseres Landes sind, gab es anhand von Folien der Bundesnetzagentur und des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. Informationen, woher das Gas derzeit importiert wird, welchen Anteil das Flüssiggas aus Übersee und welche Auswirkungen dieser Import zu sehr hohen Preisen auf den Weltmarkt hat. Die 5fache Menge des Erdgases könnte sofort über den noch intakten Teil der NordStream 2 Leitung importiert werden, was die Flüssiggaslage auf dem Weltmarkt entspannen und die Preise dafür sinken lassen würde. Vor allem russisches Erdgas, in der Verflüssigungsanlage im Nordpolarmeer für den Transport per Schiff aufbereitet,  wird derzeit zu sehr hohen Preisen nach Europa exportiert.

Zu der Arbeitsweise der FSRU wurde unter anderem die Menge an Bioziden mit noch unbekannter Wirkung im Vergleich zu Schwimmbädern dargestellt. Demnach sind die durch das Chlor abgetöteten Organismen als Schadstoffe nicht vollständig bekannt und werden auch nicht weiter untersucht. Das macht die Auswirkungen der Elektrochlorierung auf das Leben im Wattenmeer unüberschaubar und die Folgen nicht absehbar. Das Wasser im Jadebusen und in der Deutschen Bucht tauscht sich erst über viele Monate völlig aus. Bei einer fortwährenden Belastung über mehrere Jahre ist mit einer unübersehbaren Menge an Schadstoffen zu rechnen, deren Wirkung in den verwendeten Computermodellen gar nicht abgebildet wurde. Es ist deshalb unvermeidlich, die „Höegh Esperanza“ außer Betrieb zu nehmen und auf ein umweltfreundlicheres Antifouling System umzurüsten. Auch im Hinblick auf das 2. FSRU „Excelsior“, das mit Ultraschall als Antifouling arbeitet und so völlig auf die Elektrochlorierung verzichten kann. Da es schon Ende 2023 in Wilhelmshaven erwartet wird, könnte es in der Zeit der Umrüstung der „Höegh Esperanza“ die Regasifizierung übernehmen, ohne spürbare Auswirkung auf die Menge des Gasimports.

Als Alternative zum Gas überhaupt stellte Volker Eyssen, fach- und sachkundig in Sachen Energie und deren Alternativen, in einem prägnanten Kurzvortrag unter anderem den Dual Fluid Reaktor vor, der mit zivil ausgerichteter Kernkraft die vorhandenen Abfälle nutzt, für Energie für hunderte von Jahren sorgt und kein Endlager braucht. Damit wäre das Gasimport Problem gelöst und das Wattenmeer könnte sich regenerieren.

Die Stellungnahme der Teilnehmer dieser Tagung wird auf der Homepage des Landesverbandes der Partei dieBasis veröffentlicht und an alle angefragten Institutionen und Referenten, sowie alle Mitglieder der Partei gesendet. Die Vorträge werden auf der Homepage und den Social-Media Kanälen des Landesverbandes der Partei dieBasis dokumentiert.

Abschließend wird festgestellt, dass Umfragen nur mit inhaltlichem Wissen beantwortet werden können. Dafür wird diese Vorgehensweise, informierte Meinungsbildung mit anschließender Willensbekundung, die übliche Herangehensweise an Abstimmungen in der Partei dieBasis sein. 

Weitere Informationen:

Basisdemokratische Partei Deutschland, Landesverband Niedersachsen
E-Mail: lng@diebasis-nds.de
Telefon:  0511 80 90 79 22 – 39

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